2019 - Der böse Geist Lumpacivagabundus

 

Johann Nepomuk Nestroy

 

Und wieder der LUMPACIVAGABUNDUS auf der Bühne von Wilhering

 

Sicherlich erinnern sich einige unter Ihnen, sehr geehrte Damen und Herren, daran, dass die Theatergruppe KBW Wilhering schon einmal den „Lumpacivagabundus“ auf die Bühne gebracht hat. Es ist lange her. So wie heuer sang vor nunmehr 22 Jahren Fredi Hilgart als Knieriem das Kometenlied und Simone Moser begeisterte in ihrer Hosenrolle als Zwirn. Die dritte große Rolle, den Tischlergesellen Leim, haben wir heuer mit Leo Schöllhuber neu besetzt.

Dieses Jahr soll es ein Remake, wie man auf gut Neudeutsch sagt, geben. Dazu sollten nach Möglichkeit dieselben Spieler, soweit sie noch in der Gruppe sind, in dieselben Rollen wie 1997 schlüpfen. Für mich ist das ein recht spannendes Beginnen, weil wir alle älter geworden sind und vielleicht die Knackigkeit und Frische der Neunzigerjahre nicht mehr so offenkundig erkennbar ist. Auf keinen Fall sollte es heuer aber ein „Pensionistenstück“ werden, wir wollten die Rollen mit frischem Leben erfüllen, so, als ob es für alle eine neue Aufgabe wäre. Sie werden beim Besuch einer Aufführung selbst beurteilen, ob uns das gelungen ist.

Freilich mussten wir etliche Mitspielerinnen und Mitspieler der Inszenierung von 1997 ersetzen bzw. umbesetzen. Vielleicht erinnern Sie sich noch an die eine oder an den anderen?

Rainer Haudum, Silvia Schabmayr und Sonja Zölß tanzten im Vorspiel in der Welt der Jugend als Schattengestalten hinter einem Vorhang. Diese Szene, die damals dem Original angefügt worden war, lassen wir heuer ganz weg.

In der Szene im Feenreich spielten Gertrude Haudum die Fortuna, Silvia Schabmayr die Brillantine, der unvergessliche Johann Schiller (†) den Mystifax, Rainer Haudum den Hilaris, Stefan Wolfsteiner den Lumpazivagabundus und Sonja Zölß, Markus Erbl und Franz Haudum die Diener beim Feenkönig.

 

Im anschließenden Spiel in der Welt der Menschen gaben Siegfried Zölß den hinreißenden Leim, Kerstin Wolfsteiner die Hanna, Stefan Wolfsteiner den Hausierer, Maria Dorn, Markus Erbl, Alexander Schabmayr und Josef Weber die Gäste im Wirtshaus.

Die Rolle des Hobelmann war bei Fritz Erbl in den besten Händen, die Peppi spielte Tanja Leonhardsberger, die Gertraud Christa Führer. Der Diener Josef bei Zwirn in Prag war bei Franz Haudum bestens aufgehoben, der Lebemann Lüftig bei Stefan Wolfsteiner, der Maler bei Gertrude Haudum, die Camilla bei Silvia Schabmayr. Dazu gab es damals noch eine große Gesellschaft in Zwirns Salon: Maria Dorn, Markus Erbl, Rainer Haudum, Ingrid Schabmayr, Josef Schwarzbauer (†) und Sonja Zölß.

Das großartige Instrumentalensemble – Peter Mayr, Stefan Reitbauer, Christine Schwarzbauer, Florian Sighartner, Paul Sighartner, Peter Sighartner, Gotelint Teufel - leitete Michaela Schwarzbauer. Die Choreographie lag in den Händen von Andrea Gasser.

Die Bühne gestaltete Franz Haudum, in der Werkstätte arbeitete Johann Mittermair (†), um die Beleuchtung kümmerte sich Karl Schwarzberger (†), die Masken und Frisuren gestaltete Ingrid Schabmayr, den Bühnenaufbau besorgten Josef Weber (er ist auch heuer wieder mit dabei) und Alexander Schabmayr. Die Kostüme borgten wir beim Landestheater Linz.

Wenn Sie bei Ihrem Vorstellungsbesuch einen Vergleich mit der heurigen Besetzung anstellen, werden Sie feststellen, dass wir schlanker geworden sind, dass es manches nicht gibt, was 1997 durchaus als gelungen empfunden wurde. Grund dafür ist die Überlegung, alles ein bisschen „heutiger“ zu machen, die Spieldauer etwas zu verkürzen und unser Publikum trotzdem oder gerade deswegen bestens zu unterhalten.



2018 - Der Raub der Sabinerinnen

 

Franz und Paul von Schönthan - neu bearbeitet von Curt Goetz

 

Inhalt

 

Als Student hat der Gymnasialprofessor Martin Gollwitz vor vielen Jahren eine Römertragödie geschrieben. Es war gewissermaßen eine Jugendsünde, über die das Vergessen gnädig seinen Mantel gebreitet hat. Als nun eine Wanderbühne in seinem Heimatstädtchen gastiert, wittert Emanuel Striese, der Theaterprinzipal, seine große Chance, die schleppenden Theatergeschäfte wieder nach oben zu bringen, und kann den Professor überreden, ihm das Stück für eine öffentliche Aufführung zu überlassen. Zwar hat Gollwitz Bedenken, aber seine Eitelkeit siegt, und die Tragödie darf unter einem Pseudonym aufgeführt werden. Hauptsache, seine Frau erfährt nichts von seiner heimlichen Leidenschaft.

Als Gollwitz‘ Gattin und seine Tochter Paula jedoch vorzeitig vom Kuraufenthalt zurückkehren, kommt es, wie es kommen muss: Das Inkognito des Professors fliegt auf, die Verwicklungen nehmen ihren Lauf, und schließlich ist die ganze Familie zerstritten.

Auf der Bühne des Direktors Striese geht es nicht weniger chaotisch zu, die Premiere von Gollwitz‘ Römertragödie droht zu einem Desaster zu werden. Doch dank einer rettenden Idee von Strieses Gattin Luise wendet sich doch noch alles zum Besseren, wenn auch nicht ganz so, wie sich Gollwitz das gedacht hatte.

Curt Goetz hat diesen Komödienklassiker der Gebrüder Schönthan durch Einschübe und zusätzliche Informationen erweitert, sprachlich modernisiert und vor allem durch einen neuen Schluss Ansehen und Würde seiner Hauptfigur Gollwitz gerettet.